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Proposals for the working priorities in the field of the CEC Churches in Dialogue Commission between 2009-2015.

 

Die Kommission ‚Kirchen im Dialog’ (KiD) der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) ist mehr als eine Studienkommission, die ökumenische Texte für die Mitgliedskirchen der KEK erarbeitet. Die KiD initiiert und unterstützt vielmehr eine Vielfalt bilateraler und multilateraler Begegnungen und Dialoge mit besonderem Schwerpunkt auf theologischer Reflexion über die verschiedenen Herausforderungen.

Die Kommission führt ihre Arbeit auf jährlichen Plenartagungen und in der Zwischenzeit durch Konsultationen und Arbeitsgruppen durch, sowie auch durch Kommunikation mit verschiedenen Forschungsinstituten und anderen ökumenischen Organisationen. Die Charta Oecumenica bildet den Rahmen für die Arbeit der KiD und wird in allen Studien- und Dialogbereichen als Grundlage benutzt.

Wenn wir auf das Jahr 2003 zurückblicken, so wurde der KiD von der 12. Vollversammlung der KEK ihr Auftrag mit folgenden Arbeitsprioritäten gegeben:

  1. Beziehungen zwischen den orthodoxen Kirchen und anderen KEK-Mitgliedskirchen
  2. Unsere gemeinsame Mission in Europa
  3. Mehrheits- und Minderheitskirchen
  4. Zusammenarbeit zwischen theologischen Fakultäten in Europa
  5. Spiritualität und gottesdienstliches Leben auf ökumenischen Tagungen
  6. Theologie der Religion
  7. Ökumenischen Ausbildung und Fortbildung in Europa
  8. Heilendes Erinnern


Als eine vorwiegend theologisch orientierte Kommission geht die KiD in erster Linie theologisch an ihre Arbeitsprioritäten heran. In dieser Hinsicht wurde die Frage der Ekklesiologie als ein Hauptthema herausgestellt. Dieses Thema soll in der Diskussion dieser Kommission ein ständiger Bezugspunkt sein. In gleicher Weise sollten Fragenbereiche wie Mission, Spiritualität, ökumenische Ausbildung oder Theologie der Religion von der Kommission Kirchen im Dialog als kontinuierliche Anliegen betrachtet werden.

Auf ihrer fünften Tagung (25.-27. Juni 2008 in Pullach (Deutschland) wurden von der Kommission Kirchen im Dialog (KiD) der KEK für den Zeitraum 2009-2015 folgende Arbeitsprioritäten empfohlen:

1. Förderung von Dialog und Begegnung zwischen den orthodoxen Kirchen und anderen Mitgliedskirchen der KEK

Es besteht bereits eine Tradition der theologischen Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Konfessionen innerhalb der KEK, die intensiver fortgeführt werden sollte. In dieser Hinsicht sollte dem Dialog und der Begegnung zwischen den orthodoxen und anderen Mitgliedskirchen der KEK besondere Beachtung geschenkt werden. Dies könnte auf konkrete Weise dadurch geschehen, dass der von der KiD in den Jahren 2005-2009 initiierte Konsultationsprozess über die laufenden offiziellen theologischen Dialoge zwischen diesen Kirchen fortgeführt wird.

2. Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Mission in Europa

Die Kirchen in Europa sollten dazu angeregt werden, sich in ihrer Mission gegenseitig zu helfen. Konkurrenz zwischen den Kirchen in ihrer missionarischen Tätigkeit sollte vermieden werden. Es sollten Studien über das Verständnis von „Mission“, „Evangelisation“ und „Proselytismus“ durchgeführt werden, um eine gemeinsame Vision für alle Kirchen zu erreichen. Der Geist der Charta Oecumenica sollte weiter in der Zusammenarbeit zwischen allen Kirchen umgesetzt werden.

3. Mehrheits- und Minderheitskirchen

Viele Kirchen in Europa existieren in ihren Ländern entweder als große Mehrheitskirchen oder als kleine Minderheitskirchen. Hier ist ein ständiger Lernprozess notwendig, um mehr ökumenische Gemeinschaft und gegenseitige Hilfe zu erreichen. Die bisher bei den gemeinsamen Konsultationen gemachten Erfahrungen weisen darauf hin, dass diese fortgeführt werden sollten, um die Zusammenarbeit zwischen allen Kirchen auf örtlicher Ebene zu fördern.

4. Stärkung der Zusammenarbeit zwischen theologischen Fakultäten in ganz Europa

Die Förderrolle der KiD im Blick auf die Durchführung von Konsultationen für theologische Fakultäten in ganz Europa sollte fortgeführt werden. Dabei sollten unter anderem folgende Fragen behandelt werden: die Beziehung zwischen Kirche und Fakultät, was und wie sollte unterrichtet werden, die Bedeutung der Forschung, interdisziplinäre Studien, Theologie gegenüber Religionswissenschaft, wie verstehen die Fakultäten und die Kirchen die Moderne oder Postmoderne und wie reagieren sie darauf.

5. Miteinander Teilen von Spiritualität und gottesdienstlichem Leben zwischen Kirchen und auf ökumenischen Tagungen

Die Frage der Spiritualität ist direkt mit der Frage des theologischen Dialogs zwischen den Kirchen verbunden. Die Dritte Europäische Oekumenische Versammlung unterstrich die direkte Verbindung zwischen theologischem Dialog und dem Miteinander-Teilen von spiritueller Erfahrung unter den ökumenischen Partnern. Eine der besten Möglichkeiten, die Spiritualität anderer kirchlicher Traditionen kennenzulernen, bieten ökumenische Versammlungen. Es sollte darüber nachgedacht werden, wie Spiritualität zum Ausdruck gebracht wird und wie sie auf ökumenischen Versammlungen von anderen am besten aufgenommen werden kann. In dieser Hinsicht könnten einige Richtlinien erarbeitet werden.

6. Verbesserung der ökumenischen Ausbildung und Fortbildung in Europa

Ökumenische Ausbildung und Fortbildung für Führungskräfte und Mitglieder der Kirchen in Europa erweist sich zunehmend als notwendig. Zu ökumenischer Fortbildung kann es gehören, etwas über die Vergangenheit und aus der Vergangen zu lernen, aber auch Ausdrucksformen des Ökumenismus zu schaffen, die sich auf die heutige Zeit und auf die Zukunft beziehen. Die ökumenische Bewegung wird nur gedeihen, wenn jede und jeder Einzelne sie mit Herz wie auch mit Verstand versteht. Sie muss mehr auf aktive Beziehung als auf Institutionen gegründet sein. Ökumenische Ausbildung sollte dazu motivieren, ökumenisch zu sein und ökumenisch zu arbeiten.

7. Fortführung des Konsultationsprozesses auf dem Weg zu einer gemeinsamen Theologie der Religionen in Europa

Die KiD hat bereits kirchliche Erklärungen zu einer Theologie der Religionen gesammelt und geprüft. Dabei ging es zunächst darum, die von einzelnen Kirchen schon geleistete Arbeit den anderen Mitgliedskirchen der KEK zugänglich zu machen. Darüber hinaus wurden einige Überlegungen darüber angestellt, was die kirchlichen Erklärungen gemeinsam haben und was sie unterscheidet. Dieser Prozess sollte weiter fortgeführt werden, bis möglicherweise eine gemeinsame theologische Grundlage für die europäischen Kirchen im Blick auf ihre Beziehungen zu anderen Religionen erreicht werden kann.

8. Förderung der Bemühungen um ‚Heilendes Erinnern’ (Healing of Memories) in Europa

Heilendes Erinnern ist ein Prozess, der direkt mit der Versöhnung zwischen Menschen und Kirchen verbunden ist. Solange die gemeinsame Vergangenheit der Kirchen immer noch Quelle divergierender Interpretationen oder sogar von Konflikten unter ihnen ist, sollten die Kirchen daran arbeiten, ihre Vergangenheit gemeinsam zu überwinden. Die KEK hat solche Prozesse zum Heilen von Erinnerungen u.a. in Norwegen, Deutschland, dem ehemaligen Jugoslawien und Rumänien in die Wege geleitet und begleitet. Diese Bemühungen sollten fortgeführt werden.

9. Überlegungen zu neuen ökumenischen Freiräumen für eine inklusivere Zusammenarbeit zwischen den Kirchen in Europa

Die von der KEK geförderte ökumenische Zusammenarbeit hat fast alle europäischen Kirchen enger zueinander geführt. Es gibt auf diesem Kontinent immer noch Kirchen, die aus verschiedenen Gründen nicht zur ökumenischen Familie gehören. Die Erfahrung des Globalen Christlichen Forums auf Weltebene hat gezeigt, dass neue ökumenische Wege oder Räume für eine inklusivere Zusammenarbeit zwischen allen Kirchen möglich sind. Die KEK sollte überlegen, wie solche neuen ökumenischen Räume auch in Europa geschaffen werden können.