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Das von uns erhoffte Europa Unsere Hoffnung für Europa Die Charta Oecumenica beschreibt die Integration Europas folgendermaßen: „Wir sind überzeugt, dass das spirituelle Erbe des Christentums eine inspirierende Kraft zur Bereicherung Europas darstellt. Aufgrund unseres christlichen Glaubens setzen wir uns für ein humanes und soziales Europa ein, in dem die Menschenrechte und Grundwerte des Friedens, der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Toleranz, der Partizipation und der Solidarität zur Geltung kommen. … Wir verpflichten uns, uns über Inhalte und Ziele unserer sozialen Verantwortung miteinander zu verständigen und die Anliegen und Visionen der Kirchen gegenüber den säkularen europäischen Institutionen möglichst gemeinsam zu vertreten.“Die KEK und ihre Kommission Kirche und Gesellschaft verstehen Europa stets als den ganzen Kontinent, „vom Atlantik bis zum Ural, vom Nordkap bis zum Mittelmeer“ (Charta Oecumenica).
Unser Auftrag Die Verpflichtung der Kirchen für die europäische Integration spiegelt sich wider in dem Auftrag der KKG, der folgendermaßen lautet: (a) Studium und Untersuchung von Kirche und Gesellschaft betreffenden Fragen in sozial-ethischer Perspektive, wie sie bisher von EECCS und KEK durchgeführt worden sind (zum Beispiel: Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, Versöhnung, Kirchen und Regierungen); (b) Beobachtung der Europäischen Institutionen: Europäische Union, Europarat, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, in Verbindung mit Themen wie europäischer Integrationsprozess, Demokratisierung, Herstellung von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Minderheitsfragen, europäische Sicherheit, wirtschaftliche und soziale Fragen, Umweltfragen. (c ) Beschäftigung mit der spezifischen Verantwortung der Kirchen in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union für internationale politische Richtlinien der EU.
Brückenbau zwischen Kirchen und Europäischen Institutionen Kommunikation ist ein integraler Teil der gesamten Arbeit der KKG. Seit 2004 hat die KKG einen Jahresbericht herausgebracht, der auf anschauliche und leicht lesbare Weise schildert, wie die Kirchen zu den aktuellen europäischen Debatten stehen, und einige der wichtigsten Aktivitäten der KKG besonders herausstellt. Die Mitglieder der KEK werden über europäische Entwicklungen auf dem laufenden gehalten durch CSC Updates über europäische Angelegenheiten, häufig in Verbindung mit Briefings und Berichten, die zu einzelnen Fragen gründlichere Information bieten.Eine entscheidende Form der „Kommunikation“ ist die konkrete Beteiligung von Mitgliedskirchen und assoziierten Mitgliedern an der Arbeit der KKG durch Arbeitsgruppen, Task-Forces, satzungsmäßige Tagungen, Konsultationen und Seminare, aber auch durch von der KKG in die Wege geleitete Treffen mit den europäischen Institutionen. Die Tagung der Referenten/Referentinnen für Kirche und Gesellschaft aus den Kirchen Europas ist ein Beispiel für einen ausführlichen Austausch unter KEK-Mitgliedskirchen und assoziierten Organisationen über aktuelle Fragen, eine jährliche Tagung im Kalender der KKG, die dafür sorgen soll, dass die laufenden Aktivitäten der KKG den Bedürfnissen und Anliegen der Mitgliedschaft entsprechen und diese widerspiegeln.
Rückblick auf das Jahr 2003 Der der KKG gewidmete Teil des Berichts über den Zeitraum von Trondheim bis Lyon gibt einen Überblick über die Arbeit, die von der KKG seit der Vollversammlung in Trondheim 2003 geleistet wurde. Er zeigt drei Hauptbereiche der KKG-Arbeit auf:
Vorausblick auf das Jahr 2015 Ein erster Vorschlag für das neue KKG-Arbeitsprogramm wurde 2008 auf der Tagung der Referent/innen für Kirche und Gesellschaft aus den Kirchen Europas diskutiert. Im Anschluss an diese Tagung wurde das Dokument abgeändert und vom KKG-Exekutivausschuss angenommen. Wir stellen hiermit unseren Mitgliedskirchen und assoziierten Organisationen diesen Vorschlag vor und bitten Sie um Ihre Kommentare und Beiträge. Alle Ihre Antworten werden sorgfältig berücksichtigt werden. Es ist beabsichtigt, auf der Grundlage der Antworten aus unseren Mitgliedskirchen und assoziierten Organisationen auf der letzten Tagung der Kommission Kirche und Gesellschaft, die vom 11.-15. März 2009 in Dänemark tagen wird, einen Vorschlag für ein Arbeitsprogramm zu erarbeiten. Danach wird es vor der Vollversammlung einer KEK-Arbeitsgruppe vorgelegt, die den Auftrag hat, die Vorgaben für den auf der Vollversammlung zu bildenden Ausschuss für Grundsatzfragen vorzubereiten. Die Vollversammlung als solche wird dann Prioritäten für die Arbeit der KEK und ihrer Kommissionen festzulegen haben.
Für welche Tätigkeit ist die KKG am besten geeignet? Im Blick auf die Mitgliedskirchen und andere Partnerorganisationen und in Anbetracht einer überladenen Tagesordnung ist es wichtig zu fragen:
Im Laufe der Jahre sind die Zusammenarbeit und die Arbeitsteilung mit anderen Organisationen und Gremien immer wichtiger geworden, in erster Linie mit den beiden anderen KEK-Kommissionen, aber auch mit assoziierten Mitgliedern und Partnerorganisationen der KEK, wie z.B. mit der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), APRODEV, Eurodiaconia, der Vereinigung der Akademien und Laienzentren in Europa (Oikos Europa), den Partnerorganisationen aus dem Bildungsbereich und anderen. Von besonderer Bedeutung sind in dieser Hinsicht die anderen Büros der KEK-Mitgliedskirchen in Brüssel und Straßburg und unsere Beziehungen zu römisch-katholischen Partnerorganisationen, vor allem zur COMECE. Darüber hinaus bemüht sich die KKG um Zusammenarbeit mit den europäischen Dachorganisationen anderer Glaubensgemeinschaften sowie mit anderen europäischen Netzwerken. Außerdem ist die Zusammenarbeit mit subregionalen Organisationen und Gruppen von Kirchen für die KKG immer wichtiger geworden als ein Weg, „Europa den Menschen näher zu bringen“. Die Zusammenarbeit mit der Konferenz der Kirchen am Rhein, dem Theobalt-Netzwerk sowie mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Finnland und der Kirche von Schweden im Blick auf europäische Fragen könnte hier als gutes Beispiel genannt werden.
Die Grundlage unserer Hoffnung und unserer Arbeit Es ist wichtig hervorzuheben, dass die KKG eine sehr eigenständige Institution ist und nicht nur eine weitere NRO (Nichtregierungsorganisation) in Brüssel und Straßburg. Die KKG ist eine glaubensorientierte Organisation im Dienst ihrer Mitgliedschaft. Die Arbeit der KKG ist in erster Linie theologische Arbeit, die auf glaubensorientierter Ethik aufbaut und deren Relevanz für die Herausforderungen der heutigen Zeit herausarbeitet. Darüber hinaus hat die KKG auch eine spirituelle Präsenz, beispielsweise dadurch, dass sie sich an der Arbeit der ökumenischen Kapelle der Auferstehung – der „Kapelle für Europa“ in Brüssel beteiligt.
Hoffnung sichtbar machen: Arbeitsprioritäten der KKG In den folgenden Abschnitten werden eine Reihe von Arbeitsprioritäten der KKG für die nächsten Jahre vorgeschlagen. Es ist zu beachten, dass viele davon eng miteinander verknüpft sind. Außerdem gibt es eine Reihe von grenzüberschreitenden Themen, die in allen Arbeitsbereichen berücksichtigt werden, wie z.B. bei "gender mainstreaming" (Gleichstellungsorientierung) (vgl. das Grundsatzpapier der KKG zu "gender mainstreaming"), Zusammenarbeit unter verschiedenen Regionen Europas und nachhaltige Entwicklung. Analyse und Evaluierung europäischer Gesetzgebungsprozesse ist ein allgemeiner Aspekt der Arbeit in allen von der KKG behandelten Themenbereichen.
1. Europäische Integration: ein wertorientiertes Projekt
Der Prozess der europäischen Integration ist ein Schlüsselthema für das Engagement der KKG in der europäischen Politik. Die 2006 veranstaltete Tagung für kirchenleitende Vertreter/innen in Europa wies auf etwas hin, das die KEK und ihre KKG seit langem betont hatten: Europa muss mehr sein als lediglich ein wirtschaftliches Projekt. Die Kirchen sind wichtige Akteure, um zu gewährleisten, dass Europa als ganzes ein auf Werte gegründetes Projekt ist, das die menschliche, soziale, spirituelle und religiöse Dimension des europäischen Projekts fördert. Interkulturelle und interreligiöse Dialoge sind wichtige Elemente, die zum Integrationsprozess beitragen. Alle diese Dimensionen spielen eine Rolle, wenn es darum geht, die aktive Beteiligung der Menschen in Europa an der europäischen Integration zu fördern und zu unterstützen und sie zu Eignern dieses Prozesses zu machen.
2. Globalisierung: Gerechtigkeit und Verantwortung
Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung werden immer deutlicher sichtbar. Die Kirchen in Europa werden mehr denn je zuvor dazu herausgefordert, sich mit dem Einfluss der Globalisierung auf verschiedene Teile des Erdballs, einschließlich verschiedener Teile Europas zu befassen: die Frage der globalen Gerechtigkeit und der Verantwortung der Industrieländer in Europa für andere Regionen der Welt. Die KKG hat seit 2008 mit dem Lateinamerikanischen Kirchenrats an einem Projekt gearbeitet, das die Auswirkungen der Globalisierung untersucht. Sie hat auch einen Dialog mit der Allafrikanischen Kirchenkonferenz begonnen. Die KKG unterstützt auch mit aktivem Einsatz die Arbeit des Ökumenischen Rats der Kirchen im Bereich der Globalisierung. Dazu gehört auch ein Plan, sich im Jahr 2010 besonders mit der Untersuchung der Situation in Europa zu befassen.
3. Umwelt und Klimawandel: unseren Lebensstil ändern
Entsprechend den Empfehlungen der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu (2007) fördert die KKG weiterhin das Engagement der europäischen Kirchen in Umweltfragen einschließlich Klimawandel: Die KKG ist am Europäischen Christlichen Umweltnetzwerk (ECEN) beteiligt und dient diesem Netzwerk als Sekretariat, um das gemeinsame Zeugnis der Kirchen in diesem Bereich zu stärken und ein Forum für den Austausch der besten Praktiken und für gemeinsame Überlegungen anzubieten. Es ist inzwischen anerkannt, dass der Schutz der Umwelt eine gewichtige ethische Dimension hat. Die Frage der Umweltgerechtigkeit und der Umwelterziehung ist für viele Europäer und für die breite Gesellschaft eine Herausforderung zur Änderung ihres Lebensstils geworden. Eine wachsende Zahl von KEK-Mitgliedskirchen bemüht sich darum, ihre eigenen ökologischen Spuren zu beschränken und auch in den Gemeinden und in der Gesellschaft das Bewusstsein zu schärfen.
Fragen, die mit Klimawandel, Förderung von Energieeffizienz und Quellen 4. Sozialpolitik und Wirtschaftspolitik: gegen die wachsende Kluft
Soziale und wirtschaftliche Fragen stehen im Mittelpunkt der Debatte über die Zukunft Europas: Europa wird herausgefordert durch eine wachsende Kluft zwischen den Reichen und den Armen. Arbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung bleiben weiter eine große Bedrohung in vielen europäischen Staaten. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise, die im Sommer 2008 einsetzte, hat gezeigt, dass nur eng miteinander koordinierte internationale politische Richtlinien einen Einfluss auf die internationalen wirtschaftlichen Prozesse haben. Doch während die Wirtschaftspolitik heute hauptsächlich auf transnationaler Ebene gestaltet wird, sind die Kompetenzen im Blick auf sozialen Schutz weitgehend auf nationaler oder sogar regionaler Ebene geblieben. Dies führt zu einer Unausgewogenheit der Sozial- und Wirtschaftspolitik in Europa, was ein Grund dafür ist, dass der europäische Integrations-prozess für viele Menschen eine Quelle der Frustration ist, insbesondere in Mittel- und Osteuropa.
5. Landwirtschaft und ländliches Leben: Sorge für Landgemeinden
Die Ausgaben der Europäischen Union für Landwirtschaft bleiben weiterhin der größte einzelne Haushaltsposten. Die Reform des EU-Haushalts nach 2013 kann jedoch zu einer beträchtlichen Überprüfung insbesondere des Haushalts der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) führen. In diesem Prozess werden eine ganze Reihe von ethischen Fragen zu berücksichtigen sein, wie z.B. Nahrungsmittelsicherheit, ökologische und nachhaltige Landwirtschaft, die Auswirkungen von Änderungen des Haushalts auf Personen, die von der Landwirtschaft leben oder in ländlichen Gemeinden leben, und eine nachhaltige Agrarpolitik auf weltweiter Ebene.
6. Menschenrechte und Religionsfreiheit: Verteidigung des gleichen Wertes aller Menschen
Menschenrechte sind eine Säule der europäischen Integration. Alle politischen Institutionen, mit denen die KKG in Verbindung steht, gründen sich auf eine Verpflichtung gegenüber den Menschenrechten. Gemeinsame Werte bedeuten jedoch sehr wenig, wenn sie nicht praktiziert werden. Es besteht zwar ein breiter Konsens hinsichtlich der Bedeutung der Menschenrechte auf einer rein abstrakten Ebene, doch es kommt zu Meinungsverschiedenheiten, sobald deren Inhalt spezifiziert wird. In der Charta Oecumenica haben die Kirchen in Europa sich verpflichtet, die Menschenrechte zu unterstützen und den gleichen Wert aller Menschen zu verteidigen. Aber auch Kirchen sind beteiligt an der Debatte über die Umsetzung der Menschenrechte und über die Universalität und Unteilbarkeit dieser Rechte.
7. Ethik, Naturwissenschaft und Technologie, einschließlich Bioethik und Biotechnologie: Neue ethische Herausforderungen
Die KKG und ihre Vorgängerin, die EÖKKG, blicken auf ein langjähriges Engagement im Problembereich der Bioethik und der Biotechnologie zurück. Die KKG hat einen Beobachterstatus im Lenkungsausschuss des Europarats für Bioethik und arbeitet eng zusammen mit den Institutionen der Europäischen Union. Die Arbeitsgruppe über Bioethik und Biotechnologie hat eine Reihe von Positionspapieren zu Fragen wie Alterung, Euthanasie und Stammzellenforschung herausgebracht (vgl.. KEK-Webseite). Diese Papiere haben als Diskussionsgrundlage in den Mitgliedskirchen und auch zur Vorlage in den Europäischen Institutionen gedient.
8. Frieden, Sicherheit und Versöhnung: Gewaltlose Konfliktverhütung und Krisenmanagement
Das Streben nach Frieden und Versöhnung ist für die KEK seit ihren ersten Anfängen die raison d’être gewesen. Auf den drei Europäischen Ökumenischen Versammlungen verpflichteten die Kirchen in Europa sich, aktiv bei Bemühungen um Frieden und Versöhnung mitzuwirken und sich auch als vorrangige Option für gewaltfreie Mittel der Konfliktverhütung und des Krisenmanagements einzusetzen. Zu diesem Zweck sind in vielen Kirchen und kirchlich orientierten Organisationen Kapazitäten aufgebaut und verstärkt worden. Die vor der Vollversammlung von Lyon veranstaltete Zukunftskonferenz betonte erneut, wie notwendig es für die Kirchen sei, ein paneuropäisches Instruments und einen Mechanismus zu haben für Mediation unter Kirchen, für Mediation in Konflikten mit religiösen Implikationen und in der Gesellschaft. Ein solcher Mechanismus würde im Idealfall einen wichtigen Beitrag zum Frieden in Europa leisten, würde aber ein starkes Engagement der Mitgliedskirchen der KEK und beträchtliche Stabsressourcen erfordern. Zielsetzungen:
9. Bildung: Förderung gemeinsamer Werte
Die Europäischen Institutionen verfügen über eine unterstützende Kompetenz im Bildungsbereich. Alle Institutionen, mit denen die KKG in Verbindung steht, bemühen sich, ein Forum für Überlegungen zu Bildungsfragen in Europa bereitzustellen. Bildung wird als eins der wichtigsten Mittel erkannt, gemeinsame Werte, interkulturellen Dialog und eine aktive europäische Bürgerschaft zu fördern. Sie betrifft alle Lebensbereiche und wird als ein lebenslanger Lernprozess verstanden, der formelle wie auch informelle Bildung beinhaltet.
10. Interkultureller und interreligiöser Dialog: Förderung von Toleranz und Nichtdiskriminierung
Interreligiöser Dialog ist von jeher ein wichtiger Aspekt der Arbeit der KKG gewesen. Als Nacharbeit zur Initiative „Europa eine Seele geben“, die im Jahr 2005 abgeschlossen wurde, hat die KKG sich darum bemüht, mit anderen Glaubensrichtungen zusammenzuarbeiten im Blick auf die Agenda der Europäischen Institutionen. Dies ist ein Bereich, wo die KKG eng mit dem von KEK/CCEE eingesetzten Ausschuss für Beziehungen mit Muslimen in Europa und mit COMECE zusammenarbeitet.
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