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 - Sibiu Assembly (Photo: CEC/Cristian Gennari)
Hier sind die gesamten Arbeitsprioritäten der drei Kommissionen und des Generalsekretariats der KEK. Unten finden Sie alle Dokumente zum herunterladen sowie die Prioritäten in Kurzform (dargestellt in Punkten) welche sich auf den Originaltext beziehen.
1. Europäische Integration: ein wertorientiertes Projekt - weiterhin gemeinsam mit Mitgliedskirchen über die Wertgrundlage der europäischen Integration nachzudenken und mit den Europäischen Institutionen darüber im Gespräch bleiben, wie die gemeinsamen Werte umgesetzt werden können
- sich im Kontext der fortschreitenden Integration mit den Differenzen zwischen Ost und West in Europa zu befassen
- die Beziehung der EU zu den Beitrittskandidaten zu beobachten
- die Beziehungen der EU-Mitgliedsstaaten zu den osteuropäischen Ländern zu beobachten, sowohl im Rahmen der EU (Europäische Nachbarschaftspolitik) als auch in den anderen gesamteuropäischen Organisationen (OSZE, Europarat)
- sich mit der kulturellen und religiösen Vielfalt in Europa zu befassen
2. Globalisierung: Gerechtigkeit und Verantwortung - die Empfehlung der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung von Sibiu umzusetzen, in der dazu aufgerufen wurde, einen Konsultationsprozess in die Wege zu leiten, der die europäische Verantwortung für ökologische Gerechtigkeit und für die rechte Gestaltung der Globalisierung behandeln sollte;
- das Bewusstsein der Kirchen in Europa im Blick auf den Prozess der Globalisierung und dessen Auswirkungen zu schärfen;
- eine gemeinsame Stimme der Kirchen in Europa im Blick auf Globalisierung zu stärken;
- die Zusammenarbeit mit den kirchlichen Sonderdiensten zu intensivieren durch Bereitstellung von Entwicklungshilfe auf europäischer Ebene und in Verbindung mit den Europäischen Institutionen;
- einen Dialog zwischen Kirchen in Europa und Kirchen aus anderen Kontinenten zu intensivieren;
- einen aktiven Beitrag zum ÖRK-Prozess über Reichtum, Armut und Ökologie zu leisten.
3. Umwelt und Klimawandel: unseren Lebensstil ändern - Umweltfragen aus einer theologischen und ethischen Perspektive zu untersuchen und das gemeinsame Zeugnis der Kirchen zu Themen wie Mobilität, Umweltmanagement und Nachhaltigkeit zu stärken;
- weiterhin ECEN als ein Netzwerk europäischer Kirchen zu unterstützen und u.a. Mitgliedskirchen der KEK durch ECEN in ihrer Umweltarbeit zu stärken;
- eine Schöpfungszeit (Creation Time) in europäischen Kirchen zu fördern (Empfehlung der EÖV3);
- das Europäische Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS) im Ökumenischen Zentrum in Brüssel zusetzen und weiterhin mit dafür zu sorgen, dass KEK-Tagungen stärker umweltgerecht durchgeführt werden;
- die Stimme der Kirchen einzubringen in die europäische politische Debatte über Fragen, die mit Klimawandel, Förderung von Energieeffizienz und Quellen erneuerbarer Energie zu tun haben, und das Engagement der Kirchen in der öffentlichen Diskussion auf nationaler Ebene zu unterstützen.
4. Sozialpolitik und Wirtschaftspolitik: gegen die wachsende Kluft - auf gerechte Gesellschaften hinzuarbeiten, die jedem Menschen je nach seinen Fähigkeiten Möglichkeiten und Zugang zur Partizipation geben;
- eine Beschäftigungspolitik zu fördern, die besonders auf prekäre Arbeitsbedingungen und auf die vom Arbeitsmarkt Ausgeschlossenen achtet;
- die Rolle der Kirchen und der diakonischen Dienste als Bereitsteller von Sozial- und Gesundheitsdiensten zu stärken.
- die Vernetzung unter KEK-Mitgliedskirchen und assoziierten Organisationen im Blick auf soziale und wirtschaftliche Fragen zu intensivieren und die kooperativen Verbindungen mit anderen Interessengruppen in diesem Bereich zu stärken;
- Unternehmerische Sozialverantwortung (CSR) und Sozial Verantwortliche Investments (SRI) zu fördern, sowie KEK-Mitgliedskirchen zu helfen, ihre eigenen Strategien zu entwickeln.
5. Landwirtschaft und ländliches Leben: Sorge für Landgemeinden - die Entwicklungen innerhalb der Europäischen Institutionen zu beobachten im Blick auf die Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik und der globalen Handels-verhandlungen gemäß den im Positionspapier aufgeführten ethischen Kriterien und ihren Anwendungen;
- in Zusammenarbeit mit dem Churches European Rural Network (CERN) den Kirchen ein Forum zu bieten, wo sie Fragen im Blick auf die Landwirtschaft und das Leben im ländlichen Bereich ansprechen können.
6. Menschenrechte und Religionsfreiheit: Verteidigung des gleichen Wertes aller Menschen
- europäischen Kirchen ein Forum anzubieten für Überlegungen zu Menschenrechten aus theologischer Perspektive und Austausch der besten Verfahrensweisen;
- Menschenrechtsfragen (Religionsfreiheit, Antidiskriminierung, Gleichstellung der Geschlechter, Kinderrechte usw.) zu untersuchen im Blick auf die Bedürfnisse der Mitgliedskirchen und die Entwicklungen in den Europäischen Institutionen;
- weiterhin das Engagement von Mitgliedskirchen für den Schutz der Menschenrechte zu stärken, z.B. durch Erarbeitung eines Handbuchs für Menschenrechte mit Schulungssitzungen für Kirchen als ein theologischer Beitrag zur Ausbildung in Menschenrechten und durch Förderung von Netzwerkarbeit über Menschenrechte unter den Kirchen;
- die Mitgliedskirchen in Südosteuropa zu unterstützen bei der konkreten Umsetzung der Menschenrechte, sich mit den Auswirkungen der kommunistischen Vergangenheit zu befassen und Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu stärken;
- Mehrheits- und Minderheitskirchen in der Frage der Religionsfreiheit zusammen zu bringen;
- die gemeinsame Stimme der Mitgliedskirchen in Fragen der Menschenrechte gegenüber den Europäischen Institutionen zu stärken und insbesondere einen Beitrag zu leisten zum OSZE-Beirat für Religions- und Glaubensfreiheit, zum Lenkungsausschuss des Europarats über Menschenrechte und zur EU-Grundrechteagentur.
7. Ethik, Naturwissenschaft und Technologie, einschließlich Bioethik und Biotechnologie: Neue ethische Herausforderungen
- weiterhin die Auffassungen und ethischen Überlegungen der Kirchen zu bioethischen und biotechnologischen Fragen zusammenzubringen;
- die Auswirkungen der Informations- und Kommunikationstechnologien aus theologischer und ethischer Sicht zu prüfen;
- die Arbeit über neue Technologien, wie Nanotechnologie, zu intensivieren;
- die Europäischen Institutionen zu beobachten im Blick auf deren Entwicklung eines politischen Rahmens im Bereich von Forschung, Naturwissenschaft und Technologie unter besonderer Berücksichtigung von Bioethik und Biotechnologie;
- die Stimme der Kirchen in die Debatte innerhalb der Europäischen Institutionen einzubringen, einschließlich der Halbzeitevaluierung des 7. Forschungsprogramms der EU.
8. Frieden, Sicherheit und Versöhnung: Gewaltlose Konfliktverhütung und Krisenmanagement
- aus theologischer Sicht über das Konzept der Gewaltlosigkeit und seine Implikationen nachzudenken, einschließlich z.B. über Fragen, die die Beziehung zwischen Sicherheit und Verletzbarkeit, gerechten Frieden und die vorrangige Option für Gewaltlosigkeit betreffen;
- gemeinsame Reflexion und Aktion der europäischen Kirchen in Fragen von Frieden, Sicherheit und Versöhnung zu stärken, wie beispielsweise Waffenhandel und Verbreitung von Kleinwaffen und Nuklearwaffen;
- Kirchen und kirchlich orientierte Netzwerke, die sich für Friedensaufbau und Versöhnung einsetzen, zu unterstützen;
- in den europäischen und globalen politischen Institutionen Monitor- und Lobby-tätigkeit zu unternehmen mit dem Ziel, deren nichtmilitärische Kapazität zu stärken im Blick auf Konfliktverhütung und Konfliktmanagement.
9. Bildung: Förderung gemeinsamer Werte - Kirchen und kirchlich orientierten Organisationen ein Forum zu bieten, um im Blick auf die die Programme der Europäischen Institutionen nachzudenken über die Rolle der Kirchen bei der Förderung von Bildung im Bereich des inter-kulturellen Dialogs und der aktiven europäischen Bürgerschaft;
- die gemeinsame Stimme der Kirchen und der kirchlich orientierten Organisationen durch effektive Instrumente in die Europäischen Institutionen einzubringen, wenn diese Bildungsprogramme besprechen und entwickeln;
- die Anerkennung der Kirchen als wichtige Interessengruppen im Bereich der formellen und informellen Bildung in den Europäischen Institutionen zu fördern.
10. Interkultureller und interreligiöser Dialog: Förderung von Toleranz und Nichtdiskriminierung
- den Kirchen ein Forum zu bieten, um über das Konzept und die besten Verfahrensweisen interkulturellen Dialogs nachzudenken und Erfahrungen auszutauschen;
- weiterhin ein kritischer Partner der Europäischen Institutionen zu sein im Blick auf Aktivitäten im Bereich des interkulturellen Dialogs einschließlich der Umsetzung des Weißbuchs des Europarats über Interkulturellen Dialog und der Nacharbeit des (EU) Europäischen Jahrs für Interkulturellen Dialog 2008;
- interreligiösen Dialog im Blick auf die Agenda der Europäischen Institutionen zu fördern;
- mit Kirchen in Städten zusammenzuarbeiten in Verbindung mit dem gemeinsamen EU-Europarat-Projekt über „Interkulturelle Städte“. Es sollen in Zusammenarbeit mit ‚Pilot Cities’ Strategien entwickelt werden, um den Herausforderungen der kulturellen Diversität zu begegnen;
- Kirchen, die an EU-Programmen der Europäischen Kulturhauptstädte beteiligt sind, ein Forum anzubieten.
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