Aus dem Gefängnis von Alphen a/d Rijn (bei Amsterdam)
Aus einem dunklen und kalten Tunnel kommt eine Stimme von Unschuldigen,
die nach Freiheit und Gerechtigkeit schreien.
Oh Gott, wie lange sollen wir warten, bis das aufhört,
denn wir werden so schwach und müde,
weil die Menschen draussen
unsere Stimme kaum hören können.
Höre uns, oh Gott,
wenn wir unsere Klage äussern;
bewahre unser Leben vor Ungerechtigkeit und Gefangenschaft,
denn wir setzen unsere Hoffnung in dich den ganzen langen Tag.
Höre unseren Schrei nach Barmherzigkeit,
wenn wir dich um Hilfe anrufen,
wenn wir unsere Hände zu deinem heiligsten Ort erheben.
Berühre, oh Gott,
das Herz von guten geistlichen Menschen,
und komm uns zu retten.
Das Gefängnis sollte für Verbrecher da sein, nicht für Asylsuchende,
die nur um Hilfe bitten.
Stattdessen hat man uns eingesperrt
mit nur einer warmen Mahlzeit am Tag
ohne jede Hoffnung, wann wir frei sein werden.
Wir Menschen sollten freundlich zueinander sein und uns lieben,
dann dies ist Gottes höchstes Gebot.
Eines Tages sollte man sich erinnern,
nicht wie lang wir gelebt haben,
sondern wie gut wir gelebt haben
und wie freundlich wir zu unseren Mitmenschen waren.
Also wollen wir freundlich sein
zu allen, die uns auf unserem Weg nach oben begegnen
und unsere Stellung nicht nutzen, um sie zu unterdrücken,
denn sie könnten uns auf dem Weg nach unten begegnen.
Dies ist ein Gleichnis für alle, die Macht haben.
Solomon Oguzie
Asylbewerber aus Nigeria